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Anfang Oktober 2001 ging es nach einiger Vorbereitung endlich los. Nach insgesamt 14 Stunden landete ich mitten in der Nacht im stockdunklen Lagos, außerhalb des Flughafens gab es wieder mal keinen Strom. In den ersten Tagen besichtigte ich einiges von Lagos und begann damit die " Biervielfalt" zu testen. Bei den Straßenhändlern erhält man nur einheimische Marken wie Star, Gulder oder Guinness. Darüber hinaus bekommt man auf einigen Märkten oder in einigen Geschäften auch Dosenbier aus der Heimat.
In der zweiten Woche ging es daran, einige Brauereien aufzusuchen. Ausgestattet mit Adresslisten aus dem Internet begann die Suche in der 15 Millionen Stadt Lagos. Zuerst ging es zu Guinness, nachdem ich zwei Stahltore und etliche Wachposten passiert hatte kam ich in das Empfangsgebäude. Als mein Fahrer alle Formalitäten erledigt hatte, wurde ich von einem Mitarbeiter abgeholt, welcher mich mit einigen Etiketten ausstattete. Er erzählte mir einiges über die Aktivitäten von Guinness in Nigeria und lud mich zu einer Brauereiführung ein.
So erfuhr ich unter anderem, daß der Ausstoß der vier Guinnessbrauereien in Nigeria gar nicht ausreicht die Nachfrage zu decken. Wir fuhren zusammen in eine der drei Brauereien in Lagos, da der Produktionsmanager nicht im Hause war fiel die Besichtigung leider aus. So werde ich das beim nächsten mal nachholen. Nach einer kleinen Erfrischung, was bei 30 Grad absolut notwendig ist, ging es weiter zu Nigerian Breweries. Als wir nach knapp einer Stunde dort ankamen, ging die Suche nach dem richtigen Gebäude los, welches nach einiger Zeit dann doch gefunden wurde. Am Empfang teilte man mir mit, dass mein Ansprechpartner leider nicht da ist, mich aber ein Mitarbeiter von Ihm abholt. Im Büro angekommen fragte er was ich möchte und ob ich mich als Sammler identifizieren kann. Ich gab ihm einige Kopien von Rubbeletiketten aus der Slowakei und schon bekam ich auch einige Etiketten von Ihm, leider nur zwei pro Sorte, aber immerhin etwas. Auch diesen Besuch werde ich beim nächsten mal wiederholen.
Am nächsten Tag ging es zu Sona Breweries,
zuerst in ein Verkaufsbüro, in welchem allerdings keine Etiketten zu bekommen waren.
Der dortige Chef war aber so freundlich mir eine Nachricht für den Geschäftsführer der Brauerei, welche sich im Nachbarstaat befindet, mitzugeben. Also machte ich mich mit meinem Fahrer auf zu dieser Brauerei. Durch einige Staus und Geisterfahrer sowie vom Zustand der Straße behindert erreichten wir nach mehr als zwei Stunden endlich die Brauerei. Nach einer kleinen Wartezeit empfing mich der Geschäftsführer und gab mir einige Etiketten. Mit dem Technischen Direktor, welcher wie das gesamte Führungspersonal aus Indien stammt, ging es dann zu einer kleinen Besichtigung und Verkostung. Während der Verkostung erzählte er, daß er einmal in den Brauereien in Buttenheim war. Nach dem Test ging es zurück was diesmal allerdings knapp vier Stunden dauerte.
Da ich noch einige Adressen hatte ging es am nächsten Tag weiter. Zuerst wollte ich die Büros der Golden Guinea Breweries aufsuchen welche aber genauso wie die Büros
der Associated Breweries unter den angegebenen Adressen in Lagos nicht mehr existieren. Zum Abschluß des Tages suchten mein Fahrer und ich noch nach der Superbru Ltd., welche u.a. die Marke Skol herstellt. Nach einiger Zeit fanden wir dann im Hafengelände zwischen riesigen Öltanks zwei Wellblechhallen mit entsprechender Aufschrift. Ich mußte leider feststellen daß es auch diese Firma in Lagos nicht mehr gibt. Zum Trost gab es am abend Becks in der 710 ml Flasche, welche ein Bekannter aufgetrieben hatte.
Leider war die Ausbeute an Brauereiwerbemitteln auf diesen Touren nicht so großartig, dafür traf ich aber auf dieser Reise auf viele freundliche und hilfsbereite Menschen.